Neumayer im Viertelfinale – Kohlschreiber/Schwärzler sorgen für Highlight
Mit einem starken Auftritt von Lukas Neumayer und einem beeindruckenden Doppel-Comeback von Philipp Kohlschreiber und Joel Schwärzler hat der Mittwoch bei den Danube Upper Austria Open powered by SKE (26. April bis 3. Mai 2026) aus österreichischer Sicht überzeugt. Während Neumayer mit einem umkämpften Zweisatzsieg gegen Vorjahresfinalist Tomas Barrios Vera erstmals in Mauthausen ins Viertelfinale einzog, sorgte das Doppel Kohlschreiber/Schwärzler mit einem grandiosen Erfolg für eines der Highlights des Tages.
Für den heimischen Höhepunkt am Centre Court bei den Danube Upper Austria Open powered by SKE in Mauthausen sorgte Lukas Neumayer. Der Salzburger setzte sich in einem intensiven Achtelfinalduell gegen den Vorjahresfinalisten Tomas Barrios Vera (CHI) mit 7:6(4), 6:4 durch und zog nach 2:13 Stunden erstmals bei diesem Turnier ins Viertelfinale ein.
Der 23-Jährige präsentierte sich von Beginn an fokussiert und zog sein Spiel konsequent durch. Mit druckvollen Grundschlägen erspielte er sich früh Vorteile und hatte bereits im ersten Satz die Chance zur Entscheidung. Doch Barrios Vera steigerte sich gegen Ende des Durchgangs, rettete sich ins Tiebreak – dort behielt der Österreicher jedoch die Nerven und holte sich den Satz. Auch im zweiten Durchgang startete Neumayer stark, sicherte sich ein frühes Break, musste dieses jedoch postwendend wieder abgeben. In einer umkämpften Phase blieb der Salzburger, der seinem Gegner erneut seinen Aufschlag abnehmen konnte, aber seiner Linie treu, agierte mutig und variabel und setzte sich schließlich entscheidend ab.
„Es waren zwei richtig schwierige Sätze. Ich habe es mir zwischenzeitlich selbst etwas kompliziert gemacht, aber ich wusste, dass ich das Niveau halten kann“, analysierte Neumayer. Besonders gegen das variantenreiche Spiel seines Gegners war volle Konzentration gefragt: „Seine Stopps sind extrem schwer zu lesen, vor allem am Anfang. Aber ich habe mich im Laufe des Matches immer besser darauf eingestellt.“ Auch körperlich zeigte sich der Salzburger nach zuletzt kleineren Problemen wieder stabil: „Der Rücken ist wieder gut, ich konnte mich gut vorbereiten – das hat man heute auch gemerkt.“
Mit dem Einzug ins Viertelfinale bestätigt Neumayer seine starke Form und darf sich nun auf das nächste Duell freuen. Gegen Laslo Djere (SRB) wartet ein erfahrener Gegner, den er bereits kennt: „Ich habe vor zwei Jahren schon einmal gegen ihn gespielt. Seitdem hat sich bei mir viel getan – ich habe mich weiterentwickelt und freue mich auf das Match.“
In der ersten Partie des Tages setzte sich der US-Amerikaner Darwin Blanch gegen den an Nummer drei gesetzten Franzosen Hugo Gaston mit 3:6, 6:3, 6:0 durch. Nach einem klaren ersten Satz für Gaston – der mit viel Spielwitz agierte – kämpfte sich Blanch eindrucksvoll zurück. Der US-Amerikaner fand zunehmend Stabilität von der Grundlinie, erhöhte das Tempo und übernahm mehr und mehr die Kontrolle. Im dritten Satz ließ er seinem Gegner schließlich keine Chance mehr. „Ich wusste, dass es ein hartes Match wird. Er ist ein unangenehmer Spieler mit viel Gefühl. Am Anfang habe ich nicht gut ins Spiel gefunden und viele Fehler gemacht. Aber je länger das Match gedauert hat, desto besser habe ich meinen Rhythmus gefunden“, analysierte der 18-Jährige. Entscheidenden Anteil hatte auch seine Steigerung beim eigenen Aufschlag: „Am Anfang gab es viele Breaks, was für mich untypisch ist. Später habe ich mit mehr Sicherheit und mehr Spielraum gespielt – das hat mir sehr geholfen.“
Nach 1:32 Stunden Spielzeit fixierte Blanch den Viertelfinaleinzug und trifft dort auf den Sieger der Partie Diego Dedura (GER) gegen Matthew Donald (CZE). „Ich kenne beide gut und wir haben schon gegeneinander gespielt. Das ist allerdings schon einige Zeit her“, so Blanch.
Djere behält in beiden Tiebreaks die Oberhand
Ein intensives Duell lieferten sich anschließend Laslo Djere (SRB) und Jan Choinski (GBR). Der Serbe setzte sich am Ende mit 7:6(2), 7:6(2) durch – ein Ergebnis, das die Dramatik nur bedingt widerspiegelt. Choinski erwischte den besseren Start und ging früh mit Break in Führung, doch Djere kämpfte sich zurück und dominierte schließlich den Tiebreak. Im zweiten Satz schien der Serbe nach zwei Breaks bereits auf der Siegerstraße, ehe Choinski zurückkam und sich erneut in den Tiebreak rettete. Dort behielt der Serbe, der beim Stand von 6:5 bereits aufs Match aufschlug, erneut die Nerven. „Es war schwierig. Ich hatte im zweiten Satz meine Chancen, habe sie aber nicht genutzt, und dann wurde es kompliziert“, erklärte der 30-Jährige. Seine Erfahrung gab letztlich den Ausschlag: „Ich spiele schon viele Jahre und war oft in solchen Situationen. Irgendwann kommt man dann in ein Muster rein und man weiß, was man zu tun hat.“ Auf seinen nächsten Gegner (Lukas Neumayer) angesprochen, blieb der Serbe gelassen: „Mir ist es egal – ich werde bereit sein.“
Gelungenes Kohlschreiber-Comeback im Doppel
Für eines der Highlights des Tages sorgte das Doppel Philipp Kohlschreiber (GER) und Joel Schwärzler (AUT). Das Duo setzte sich nach einem nervenaufreibenden Match gegen das an Nummer 2 gesetzte Duo Daniel Cukierman (ISR) und Trey Hilderbrand (USA) mit 4:6, 7:6(4), 10:8 durch.
Vor allem für den 42-jährigen Kohlschreiber war es ein besonderer Auftritt. „Ich hatte ein großes Lächeln im Gesicht, weil das Schlimmste nicht eingetreten ist – dass ich zu alt, zu langsam oder zu schlecht bin“, sagte der Deutsche mit einem Augenzwinkern. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelte sich die Partie zu einem echten Schlagabtausch: „Am Ende haben wir richtig gute Punkte gesehen, auch wichtige Big Points im Tiebreak.“
Auch Schwärzler zeigte sich begeistert vom gemeinsamen Auftritt: „Das Erlebnis war natürlich top. Es hat extrem viel Spaß gemacht. Er hat mich mit seiner Energie angesteckt. „Besonders schätzte der junge Österreicher die Erfahrung seines Partners: „Er hat mich mehr gecoacht, als ich gedacht habe – das hat mir sehr geholfen.“
In der letzten Partie des Tages matchen sich Diego Dedura (GER) und Matthew Donald (CZE) um ein weiteres Viertelfinalticket.